Vielbegabung ist manchmal herausfordernd. Andauernd findet man spannende Projekte, die man natürlich sofort starten muss. Homepagegestaltung? Check. Japanisch lernen? Check. KI nutzen? Check. Agile Teams coachen? Check. Der neueste Fitnesstrend (und zwar nicht kurz lesen, sondern am besten gleiche eine Ausbildung machen)? Check. Ein Buch schreiben? Check. Eine Vielzahl an interessanten Büchern lesen? Check.
An manchen Tagen weiß ich wirklich nicht, womit ich wirklich anfangen soll, weil alles so toll ist. Ach ja, war da nicht noch dieses tolle Lernsystem, was per PC und Smartphone befüttert werden kann? Check.
An solchen Tagen sichte und sortiere ich meine Projekte. An einem Tag kam ich auf über 100 Projekte (ich habe auch alle angefangenen und nicht angefangenen Bücher, die mich interessierten, gelistet). Selbstlernkurse für verschiedene Themen? Check.
Diese ganz einfache Sortierung habe ich von Rich Litvin, einem Coach aus Groß-Britannien übernommen. Er nannte es “Hell, YES! Hell, NO!”. So nenne ich es in meinem Kopf immer noch.
Vorgehensweise: Nimm ein Blatt Papier und teile es in drei Spalten. Digitale Varianten analog.
Spalte 1: Hell, YES! Hier kommen alle Projekte hinein, bei denen Du merkst, wie Deine Energie ansteigt und Du am liebsten sofort loslegen möchtest. Das ist die “Verdammt, auf jeden Fall!”-Spalte.
Spalte 2: Die Vielleicht- oder, wenn Du lieber bei Englisch bleiben möchtest, Maybe-Spalte. Du weißt es irgendwie noch nicht so genau. Kommt vor. Es können auch eine ganze Menge Projekte sein, die dort landen.
Spalte 3: Klar, die heißt Hell, NO! oder “Verdammt, auf keinen Fall!”. Diese Dingen rauben Dir Energie und lassen Dein Herz nicht höher schlagen. Hier können auch Projekte dabei sein, zu denen Du aus irgendwelchen Gründen “Ja” gesagt hast, aber das nicht wirklich meintest.
Wenn Deine Spalten gefüllt sind, löst Du natürlich die Vielleicht-Spalte auch noch auf, und verteilst die dortigen Projekte auf die anderen beiden Spalten. Du wirst merken, dass das jetzt leichter geht.
Jetzt ist der Fokus klarer und Du weißt, wohin Deine Energie fließen darf.
Natürlich kommt auch noch ein Zeitaspekt dazu. Es gibt auch Dinge, die Du erledigen MUSST. Für Deine freie Zeit bist Du mit der Sortierung aber jetzt klarer.
Und das schöne ist: Die anderen Sachen sind nicht weg, sondern Du hast sie geparkt. Für uns Menschen mit vielen Leidenschaften eine meiner Meinung nach beruhigende Perspektive.
